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IHRE SPENDE

Pädagogisches Handeln in den Betreuungsstellen: Die Suche nach dem „Guten Grund“

In dem pädagogischen Alltag begegnen den Pädagogen*innen aus den unterschiedlichen Betreuungsangboten der h&p Rheinland-Pfalz / Hessen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe gemeinnützige GmbH bei vielen Kindern und Jugendlichen eine chronische Übererregung, ein ständiges „auf-der-Hut-sein“ sowie ein andauerndes Misstrauen. Die jungen Menschen zeigen sich „überwach“ und schnell bereit, auf die kleinsten vermeintlichen Gefahrenanzeichen in ihrem Alltag mit Verteidigungsreaktionen, Flucht bzw. Kampf zu reagieren. Grund hierfür sind in vielen Fällen traumatische Erlebnisse, die in ihrem jungen Leben Raum einnahmen.

Für die pädagogischen Fachkräfte in den Betreuungsangeboten der h&p Rheinland-Pfalz / Hessen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe gemeinnützige GmbH bedeutet dies, immer wieder neue Wege mit und für die jungen Menschen zu gehen und hierdurch einen „sicheren Ort“ für die betroffenen jungen Menschen zu eröffnen. Vor allem müssen sich die Pädagogen*innen aber mit den Betreuten gemeinsam auf die Suche nach dem „Guten Grund“ begeben.

Mit dem „Guten Grund“ ist gemeint, dass man davon ausgehen darf, dass jedes noch so herausfordernde Verhalten unserer traumatisierten Schutzbefohlenen, einst dazu diente, eine von ihnen als lebensbedrohlich wahrgenommene Situation auszuhalten. Emotionale oder physische Vernachlässigung, körperliche oder seelische Misshandlung und Missbrauch wurden zum Ursprung der Verhaltensweisen, die zur Überlebensstrategie wurden. Damit verdienen sie Anerkennung als Expert*innen für ihre Situation und die pädagogischen Fachkräfte dürfen hierbei zunächst zum Lernenden werden.

Es gilt dann im nächsten Schritt, den jungen Menschen im pädagogischen Alltag zu vermitteln, dass dieses Verhalten einst richtig, wichtig und auch notwendig war – heute aber nicht mehr hilfreich, sondern eher hinderlich ist.

Eigentlich gehört dieses auffällige Verhalten sogar wertgeschätzt, was zunächst absurd klingen mag ohne das Wissen um traumapädagogische Zusammenhänge. Besonders dann, wenn die Verhaltensweisen mit Aggressionen in Form von Beleidigungen oder körperlichen „Ausrastern“, Lügen und Diebstahl in Verbindung gebracht werden müssen.

Hier benötigte es eine hohe pädagogische Professionalität in den Betreuungsangeboten, um nicht in die Falle der Gegenübertragung zu geraten. Die Übertragung traumatischer Erfahrungen als pädagogische Fachkraft abzubekommen, lässt sich nicht vermeiden und das ist auch gut so. Denn damit eröffnet sich uns der Einblick in die Verletzungen, der uns anvertrauten Betreuten. Mit diesem Einblick ergibt sich auch die Möglichkeit zu unterstützen.

Die h&p Rheinland-Pfalz / Hessen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe gemeinnützige GmbH kann die Fakten in den Biografien der betreuten jungen Menschen zwar nicht ändern, aber die Pädagogen*innen der Betreuungsangebote können einen guten Umgang damit in dem pädagogischen Alltag implementieren. Die Fachkräfte können anerkennen, was der junge Mensch geleistet hat und sein Verhalten als gesund anerkennen, bezogen auf Ereignisse die ungesund waren. Den Kindern und Jugendlichen wird vermittelt „Es ist gut so wie Du bist!“ und zwar solange, bis sie es selbst auch fühlen, denn es nur zu sagen genügt nicht.

Wir können versuchen ihr Handeln zu verstehen, ohne mit dem Verhalten einverstanden zu sein. Denn das ist definitiv nicht gleichbedeutend!